Der Film “Spencer” von Pablo Larrain zeigt nicht die Lady Di, die wir aus der Regenbogenpresse kennen, sondern visualisiert
mit eindrucksvollen und poetischen Bildern ihr Innenleben während der Weihnachtstage 1991 auf Schloss Sandringham, als ihre Ehe mit Prinz Charles bereits nicht mehr zu retten war. Es sind Bilder von innerer Verzweiflung, in die Enge getrieben sein, aber auch kindlicher Verspieltheit, Trauer und Rebellion. Als meine Frau und ich den Film mit unserer Freundin Sonja anschauen, sagt diese: “Ich wusste gar nicht, dass Diana so krank war”.
Das erinnert mich an eine Aussage von Otto F. Kernberg. Er sagt über Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen, die deprimiert sind: “Wenn wir so leben müssten, wie diese Menschen, wären wir auch deprimiert, dieses Gefühl ist ganz normal.”
Es ist von aussen nicht zu beurteilen, wie es damals um Diana’s psychische Gesundheit stand. Es wäre aber denkbar, dass ihre Bulimie, ihre Verzweiflung ein “normale” Reaktion auf eine sehr kranke Umgebung war.